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Fehlende Intensivbetten - ein Hintergrundbericht

Verantwortlicher Autor: Dietmar Schwarz Berlin, 21.03.2021, 11:35 Uhr
Presse-Ressort von: Dietmar Schwarz Bericht 8481x gelesen
Viren unter mikroskopischer Betrachtung
Viren unter mikroskopischer Betrachtung  Bild: Pixabay / qimono zur freien kommerziellen Nutzung

Berlin [ENA] Ein beherrschendes Thema, das im Moment sowohl die Menschen und auch insbesondere die Medien umtreibt, ist die Belegung, bzw. die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland. Was sind, außer der Zunahme des Anteils der COVID-Patienten, die Gründe hierfür?

Tatsächlich ist die Antwort auf diese Frage nicht so einfach, da hier viele Faktoren eine Rolle spielen. Sehr oft werden die Diskussionen zu diesem Thema sehr schnell nur noch auf emotionaler Ebene geführt, weit ab von Daten und Fakten. Wie kommt es, dass Menschen, die sonst rational denken und sich auf nachprüfbare Zahlen verlassen, nahezu in Panik geraten, wenn es um die Auslastung der Intensivbetten in den deutschen Krankenhäusern geht? Einen großen Anteile an diesen emotionalen Reaktionen hat schlichtweg die mangelnde Kommunikation von vernünftigen und verlässlichen Daten. Dies ist ein Versuch etwas mehr Licht in dieses Dunkel zu bringen.

Dazu lohnt es sich, einen Blick auf die Situationsberichte zu werfen. die täglich durch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmediziner, kurz DIVI, in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht werden. Was als Erstes ins Auge springt, ist die Tatsache, dass sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Intensivbetten seit August kontinuierlich verringert hat (Bild 1). Die Grafik wurde, basierend auf den von der DIVI veröffentlichten Daten vom Autor erstellt. Erstaunlich dabei ist, dass noch im November, als bereits weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona Virus ergriffen wurden (z. B. Lock Down Light) die Zahl der verfügbaren Intensivbetten weiter verringert wurde.

Wie klar zu erkennen ist, wurden seit August, als es quasi keine COVID Patienten auf den Intensivstationen gab, bis Dezember mehr als 5000 Intensivbetten abgebaut. Selbst im November wurden, trotz Corona-Maßnahmen, immer noch ca. 1300 Betten abgebaut, obwohl doch die Intensivstationen in den Kliniken angeblich bereits an ihren Kapazitätsgrenzen waren. Das ist für den durchschnittlichen Bürger nur schwer nachvollziehbar. Ja, werden jetzt Viele sagen, das Problem sind ja nicht die Betten, sondern das fehlende Personal. Dazu gibt es nur zu sagen, dass der Personalnotstand seit langem bekannt war. Wer erinnert sich nicht an den Azubi, der Frau Merkel vor zwei Jahren eindringlich darauf aufmerksam gemacht hat? Getan wurde aber auch hier nichts.

Ein weiterer hochinteressanter Fakt ist der, dass Mitte September, genauer am 17.09.2020, beinahe genau so viele Intensivbetten belegt waren, wie am 08.Dezember (Bild 2). Weshalb wurde nicht bereits im September der Notstand ausgerufen, bzw. Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen, anstatt den Abbau von Intensivbetten voranzutreiben? Wenn doch angeblich die Zahl der Intensiv-Corona-Erkrankten dramatisch ansteigt, weshalb nimmt dann die Zahl der insgesamt belegten Intensivbetten nicht im gleichen Maß zu? Alle diese Informationen findet jeder, der daran interessiert ist, auf den Seiten der DIVI. Anstatt diese Fakten der Öffentlichkeit zu präsentieren, werden jedoch weiterhin nur angst- und panikmachende Meldungen verbreitet.

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